Presse - Unicum - Die Nachfragepioniere
(Original - Artikel)
Start-up-Offensive (II): Schluss mit der endlosen Suche nach Online-Reise-Schnäppchen: Zwei Studenten aus dem Ruhrgebiet vermitteln auf ihrer Plattform Askerus.de maßgeschneiderte Urlaubsangebote.
"Angefangen hat alles mit Askerus Travel, unserer Reiseplattform", erzählt Marco Simonis, einer der beiden studentischen Gründer. Im Juni 2006 gegründet, ging Askerus.de vier Monate später erstmals online. Nachdem Simonis und sein Kommilitone Moussa, beides Studenten der Wirtschaftswissenschaften, zunächst eine Plattform für den Verkauf von Automobilen aufbauen wollten, gingen sie in die Sprechstunde ihres Professors und trugen ihm ihre Idee vor. Im Zuge einiger intensiver Gespräche und auf Anraten ihres späteren Business Angels und Mitgesellschafters Prof. Tobias Kollmann wurde umgeschwenkt und stattdessen eine Reiseplattform gegründet. "Wir haben uns immer gefragt, wieso es für Reisen im Internet einen Anbietermarkt, aber keinen Nachfragemarkt gibt. Den wollen wir unseren Kunden mit Askerus.de bieten."
Das Prinzip des Nachfrageportals ist so elegant wie simpel: Der Kunde gibt die individuellen Wünsche für seine Reise auf der Webseite ein. Zunächst anonymisiert landen die Daten bei den über 350 angeschlossenen Reisebüros, die ihm nach kurzer Zeit etwa fünf bis zehn unverbindliche und persönlich zugeschnittene Angebote zusenden. "Die Daten des Kunden werden dem jeweiligen Reisebüro erst übersendet, wenn die Angebotsdatei geöffnet wurde. Für den Kunden ist das Ganze natürlich kostenlos, er muss sich nur registrieren", erzählt Simonis. Die angeschlossenen Reisebüros zahlen hingegen 2 ? pro Angebot an den Kunden, wobei allerdings nur die ersten 20 Angebote in Rechnung gestellt werden. Bei diesem so genannten Request-System haben beide Seiten Vorteile: Der Nachfrager muss sich nicht mehr von den Angeboten bestimmen lassen, sondern erhält individuell auf ihn zugeschnittene Offerten. Der Anbietende kann die Zahl seiner Kunden steigern, durch detaillierte Nachfragen besser beraten und sein Angebot optimieren. So bestimmt ab jetzt nur der wirkliche Wunsch des Kunden die Nachfrage.
Partner für die nachfrageorientierte Plattform waren bereits zu Beginn nicht schwer zu finden. "Wir haben als erstes unterschiedliche Verbände angesprochen", berichtet Marco Simonis "daneben haben wir eine Vertriebskooperation mit dem deutschen Reiseverband ins Leben gerufen." Neben einzelnen Reisebüros, die sich askerus angeschlossen haben, gab es auch Kontakte über die Business Angels. "Momentan haben wir in etwa 365 angeschlossene Reisebüros" meint Simonis. Dass das Prinzip von askerus.de funktioniert, beweist der Erfolg der Plattform. Im Zeitraum von Juli bis September 2007 konnte Askerus Travel rund 4.000 neu registrierte Kunden gewinnen. In diesem Zeitraum gab es rund 5.000 Anfragen, was einem Gegenwert von 3,5 Mio. ? entspricht. Die individuelle Traumreise ist für die Kunden somit nicht mehr weit. Und auch auf anderen Gebieten wird man dank der Plattform inzwischen fündig. Seit September gibt es askerus auch für Immobilien und im Oktober 2007 folgten nacheinander die Energiesparte, sowie Askerus Telko. Letzteres bietet eine Plattform für Handy-, Internet- und Festnetztarife. "Wir haben mit askerus ein völlig neues Portal geschaffen", erklärt Prof. Tobias Kollmann vom Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship der Universität Duisburg-Essen.
"Damit passt unsere Plattform in den Trend den das Netz gerade geht. Wir werden es in Zukunft immer öfter mit Nachfrage orientierten Systemen zu tun haben. Dabei waren wir mit der Gründung von askerus Pioniere. Inzwischen sind bereits viele Konkurrenten an den Start gegangen sind."
Was zählt ist bei alledem nur eines - der Wunsch des Nachfragers. Finanziert wird askerus.de nicht über Werbung, sondern über die mittlerweile gemachten Einnahmen durch die Angebote. "Anfangs haben wir ein Darlehen aufgenommen, den Rest haben unsere Business Angels beigesteuert", erzählt Simonis. "Pop-up Werbung oder ähnliches wird es auf unserer Seite nicht geben." Und welche Tipps kann man jungen Start Up-Gründern generell geben? "Das Wichtigste ist, sich die passenden Verbündeten zu suchen", weiß Professor Kollmann. "Am besten ist es immer, wenn studentische Gründer einen starken Partner an ihrer Seite haben, der ihnen finanziell oder mit seinem Know how zur Hand gehen kann."
Melanie Gralke autor(a)unicum-verlag.de





